Manchmal stolpert man beim Lesen über einen Satz, der einen kurz innehalten lässt. So ging es mir bei dieser Seite. Da steht ziemlich groß: „The best investors in the world are really good at doing nothing for long periods of time.“ Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr Sinn hat es ergeben.
Wir leben ja in einer Zeit, in der alles schnell gehen muss. Schnell reagieren, schnell handeln, schnell Ergebnisse sehen. Gerade beim Thema Geldanlage fühlt es sich oft so an, als müsste man ständig etwas tun – Aktien checken, News lesen, kaufen, verkaufen, optimieren. Hauptsache aktiv bleiben. Aber genau hier kommt dieser Gedanke ins Spiel: Vielleicht ist Nichtstun manchmal die beste Strategie.
Die besten Investoren zeichnen sich offenbar nicht dadurch aus, dass sie permanent am Markt herumwerkeln, sondern dass sie Geduld haben. Sie treffen eine gute Entscheidung – und dann lassen sie sie einfach arbeiten. Kein panisches Verkaufen bei kleinen Schwankungen, kein hektisches Umschichten, nur weil irgendwo ein neuer Trend auftaucht. Stattdessen Vertrauen in die eigene Analyse und vor allem in die Zeit.
Das klingt erstmal einfacher, als es ist. Denn Nichtstun erfordert überraschend viel Disziplin. Es bedeutet nämlich auch, die eigenen Emotionen im Griff zu haben. Wenn die Kurse fallen, will man reagieren. Wenn alle über eine „einmalige Chance“ reden, bekommt man FOMO. Ruhig zu bleiben fühlt sich fast unnatürlich an.
Was mir an dieser Seite besonders gefallen hat, ist die Erinnerung daran, dass Erfolg nicht immer mit Aktion verbunden ist. Manchmal geht es mehr darum, keinen Fehler zu machen, als ständig etwas Neues auszuprobieren. Geduld ist keine passive Eigenschaft – sie ist eine bewusste Entscheidung.
Und ehrlich gesagt lässt sich dieser Gedanke nicht nur aufs Investieren übertragen. Ob Karriere, persönliche Projekte oder sogar Beziehungen – vieles braucht einfach Zeit, um zu wachsen. Wir unterschätzen oft die Kraft der Kontinuität und überschätzen kurzfristige Moves.
Für mich war diese Seite deshalb mehr als nur ein kluger Finanzsatz. Sie war ein kleiner Reality-Check: Nicht jede Lücke muss gefüllt werden, nicht jede Schwankung verlangt eine Reaktion. Manchmal ist das Beste, was man tun kann, genau das – nichts.
Oder anders gesagt: Vielleicht ist Geduld am Ende die unterschätzteste Superpower überhaupt.