UnitedHealth, der größte US-Krankenversicherer, kämpft Anfang 2026 mit einer Kombination aus regulatorischem Gegenwind und massiv gestiegenen Kosten.
Der „Medicare-Schock“: Ende Januar 2026 sorgte die US-Gesundheitsbehörde CMS für Entsetzen, als sie niedrigere Erstattungssätze für Medicare Advantage (private Zusatzversicherungen für Senioren) ankündigte als vom Markt erwartet. Dies trifft das Herzstück von UNHs Gewinnmaschine.
Ergebnisentwicklung Q4 2025: Trotz eines bereinigten Gewinns je Aktie von 2,11 USD (leicht über den Erwartungen) sank der Nettogewinn im Jahresvergleich drastisch um fast 69 %. Grund sind explodierende Behandlungskosten (Medical Care Ratio stieg auf kritische 91,5 %).
Ausblick 2026: Das Management erwartet für 2026 einen leichten Umsatzrückgang auf ca. 440 Mrd. USD (ein Minus von etwa 2 %). Zudem rechnet der Konzern mit einem Verlust von bis zu 2,8 Millionen Mitgliedern, da UnitedHealth sich aus unrentablen Märkten zurückzieht, um die Margen zu schützen.
KI-Hoffnungsschimmer: Um die Kosten zu senken, plant UNH für 2026 Einsparungen von rund 1 Mrd. USD, primär durch den verstärkten Einsatz von KI und maschinellem Lernen in der Verwaltung.
Der RSI ist mit Werten unter 30 tief im „überverkauften“ Bereich. Technisch wäre eine Gegenreaktion überfällig, aber das Momentum ist derzeit klar gegen die Aktie gerichtet.
UnitedHealth ist momentan nichts für schwache Nerven.
Chancen: Die Bewertung ist auf ein Niveau gefallen (KGV 14), das wir zuletzt vor vielen Jahren gesehen haben. Für Dividendenjäger bietet die aktuelle Rendite von über 3 % einen attraktiven Einstieg in einen Qualitätswert, der normalerweise teurer bezahlt werden muss.
Risiken: Der politische Druck auf US-Krankenversicherer nimmt im Vorfeld von Wahlen oft zu. Wenn die medizinischen Kosten weiter schneller steigen als die Prämien, könnte 2026 ein „verlorenes Jahr“ für die Aktie werden.