Wenn man sich gerade im Markt bewegt und nicht nur Überschriften liest, merkt man schnell: Viel Lärm, wenig Substanz. Alle warten auf den großen Move aber kaum jemand spricht darüber, wo wir im Zyklus wirklich stehen.
Bitcoin spielt nach wie vor den Dirigenten. Solange BTC die Liquidität aufsaugt, ist jede „Altseason incoming“-Story erstmal mehr Hoffnung als Realität. Das ist kein Bear-Signal, das ist ziemlich typisch für mittlere Zyklusphasen. Erst geht Kapital in Sicherheit, dann sucht es Risiko.
Was viele unterschätzen: Dieser Cycle fühlt sich anders an. Mehr institutionelles Geld, mehr strukturierte Produkte, weniger kompletter Wilder Westen. Die Zeiten, in denen Random Microcaps einfach 20x gemacht haben, nur weil alles pumpt, könnten zumindest nicht mehr so selbstverständlich sein.
Aktuell wirkt der Markt fast zu vorsichtig für ein Top, aber auch zu reif für eine frühe Phase. Klassisch wäre jetzt diese zähe Strecke, in der nichts spektakulär passiert, alle ungeduldig werden und genau dort Positionen aufgebaut werden.
Die gefährlichsten Marktphasen sind nicht die Crashes. Es ist die Langeweile.
Während Retail auf den nächsten Meme-Hype wartet, wird im Hintergrund rotiert. Starkes Geld positioniert sich selten in grünen Wochen sondern wenn sich niemand sicher ist, ob überhaupt noch was passiert.
Und noch eine unbequeme Wahrheit:
Nicht alles wird wieder hochkommen. Dieser Cycle wird brutal selektiv sein. Narrative ja, aber mit Haltbarkeit. Liquidität ja, aber gezielter.
Meine persönliche Einschätzung?
Wir sind wahrscheinlich näher an der Mitte als am Anfang. Noch genug Skepsis im Markt, noch keine flächendeckende Euphorie. Genau diese Mischung ist historisch ziemlich gesund.
Wer jetzt nur auf schnelle Dopamin-Trades aus ist, wird verbrannt. Wer Struktur liest, Geduld hat und nicht jedem Geräusch hinterherläuft, hat vermutlich die besseren Karten.
Am Ende macht der Markt immer das Gleiche, er schmeißt die Ungeduldigen raus und bezahlt die, die sitzen bleiben können.